Alfred Schaufuß - Aschado

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Südpreusse
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Alfred Schaufuß - Aschado

Beitrag von Südpreusse »

Hallo zusammen,

Alfred Schaufuß ist ja bekanntlich der Erbauer der Aschado-Gitarren. Teilweise gibt es in den Gitarren Stempel mit Name und Adresse, daneben gibt es aber auch eingeklebte Zettel mit Adresse. Während auf den Zetteln die Adresse "Markneukirchner Strasse 11, Adorf / Vogtland" steht, scheint der Straßenname auf dem Stempel wesentlich kürzer zu sein (leider in meiner Gitarre unleserlich).

Daher Fragen in die Runde:
1. Weiß jemand, wie die Adresse auf dem Schaufuß-Stempel heißt?
2. Weiß jemand, wann Alfred Schaufuß welche Adresse hatte bzw. ob und wann er umgezogen sein könnte.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
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Re: Alfred Schaufuß - Aschado

Beitrag von Mario Weller »

Hallo Südpreusse,

den leider sehr wenigen Einträgen in unserer Datenbank folgend, ist Alfred Schaufuß ab Dezember 1948 bis zur Gewerbeabmeldung im März 1956 in der Elsterstraße in Adorf vermerkt.

Da keine weitere Adressangabe eingetragen, könnte man ihn von Firmengründung 1924 bis zum 2. Weltkrieg in der Markneukirchner Straße vermuten und so dies nachweisbar ist, dann auch von ihm gefertigte Gitarren zeitlich besser einordnen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller

Udo Kretzschmann
Geigenbaumeister
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Re: Alfred Schaufuß - Aschado

Beitrag von Udo Kretzschmann »

Hallo Südpreusse (?),

die angebliche selbständige Tätigkeit als Gitarrenbauer von Alfred Gustav Schaufuß seit 1924 spiegelt sich seltsamerweise in keinem der mir bekannten Adreßbücher wider. Ob er diese Arbeit nur im Nebenerwerb ausgeführt hat?

1925 ist weder der Name Alfred (noch Gustav) in Adorf zu finden, Schaufuß-Einträge mit anderem Vornamen existieren in der Karlsgasse, der Freiberger Str. und Kolonie 10. In der Elsterstraße 74 wohnte eine "Ehefrau Gertrud". Könnte das Alfreds Gattin sein? Schließt man den Geburtsort von Schaufuß also Jugelsburg - heute längst eingemeindet - in die Recherche ein, so findet man einen "Expedient" Gustav in der Nr. 18, keinen Alfred, keinen Gitarrenmacher.

1929 sind ein Alfred als Lagerist in Jugelsburg 18B und Gustav mit der Berufsbezeichnung Fabrikbeamter in der Nr 18 zu finden. In Adorf findet man den Nachnamen Schaufuß wieder in der Karlsgasse, in der Freiberger Straße und in der "Kolonie" sowie wieder in der Elsterstraße 74 mit dem Vornamen Gertrud.

1937 wohnt der Lagerarbeiter Alfred nach wie vor in Jugelsburg 18B und der Fabrikbeamte Gustav in der Nr 18. In Adorf findet man den Nachnamen Schaufuß wieder in der Karlsgasse und nun auch im Friedhofsgäßchen 2, die anderen Einträge, auch der in der Elsterstraße 74 existieren aber nicht mehr.

1942 gibt es in Adorf nur die zwei Einträge von Frauen mit Nachnamen Schaufuß in der Karlsgasse und im Friedhofsgäßchen. In Jugelsburg gibt es weiter die vorgenannten Einträge.

Spätere Adreßbücher existieren meines Wissens nicht.

Eine sehr interessante Seite über Alfred Schaufuß findest Du hier:
http://www.schlaggitarren.de/home.php?t ... er&kenn=10

Eine kurze Rückmeldung wäre nett.

Udo, der keine Gitarren, sondern nur Geigen baut

Südpreusse
Beiträge: 5
Registriert: Sa 26. Aug 2017, 6:28

Re: Alfred Schaufuß - Aschado

Beitrag von Südpreusse »

Hallo Mario, hallo Udo,
(spät, aber doch noch....)
ich danke für die Infos.
1. Interessant wäre tatsächlich noch die Hausnummer der Werkstatt in der Elsterstraße. In meiner frühen Schaufuß-Gitarre habe ich den Adressstempel (ohne Postleitzahl), aber leider ist er fast unlesbar. Könnte aber Elsterstraße heißen (jedenfalls nicht "Markneukirchner Straße / dafür ist das Wort deutlich zu kurz). Ich nehme an, dass Alfred Schaufuß diesen Stempel gleich nach seiner Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft benutzt hat (oder vielleicht schon vor dem Krieg?).
Eine ebenfalls mit diesem Stempel signierte Gitarre wurde von Nicole Alosinac restauriert. Leider konnte ich bislang kein Foto des Stempels mit entsprechender Auflösung bekommen, dass der Stempel lesbar würde. Diese Gitarre war bereits sehr reichhaltig zweifarbig grafisch mit Perlmuttmosaik verziert. Eine nahezu baugleiche Gitarre wurde in den letzten Jahren mehrfach im Netz zum Verkauf angeboten. Diese hatte einen Migma-1951-Zettel eingeklebt, weshalb ich annehme, dass der Stempel bis 1950/51 verwendet worden sein dürfte.
Eine weitere Aschado-Gitarre - ebenfalls mit zweifarbigen, grafischen Perlmuttverzierungen hat bereits den Adresszettel mit der Adresse Markneukirchener Straße 11 eingeklebt. Dies legt m. E. nahe, dass dieser Zettel etwa ab 1951 verwendet worden sein dürfte.
Ist bekannt, ob Alfred Schaufuß damals seine Andresse in Adorf von der Elsterstraße zur MarkneukirchenerStraße verändert hat?

2. Musima Record Sondermodell:
Alfred Schaufuß war dann ja "leitender Angestellter" in der Musima. Kürzlich wurde eine Musima Record mit Aschado-Logo verkauft, bei der Alfred Schaufuß beteiligt war. Ist zufällig bekannt, ob er auch an der Entwicklung/Herstellung des Musima Record Sondermodells beteiligt war?

In welcher Stückzahl wurde dieses Modell gefertigt?

Herzlichen Dank.
Südpreusse

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